Die ersten Dreharbeiten in einer anderen Welt

Eigentlich war es unser Ziel euch ständig ein Update über unsere Reise zugeben. Doch die meiste Zeit sind wir Nachts unterwegs, verfahren uns einmal quer durch Tel Aviv, sind zwei Uhr nachts wieder in unserem Hostel und kommen leider nicht zum Schreiben. Doch um die Eindrücke dieser Reise zu schildern dauert. Also nutze ich die Zeit, in unserem voll gepackten Auto, um endlich mal voran zu kommen.

Seit Tagen versuchen wir einen Blogeintrag zu verfassen, um euch an unseren Dreharbeiten teilhaben zu lassen. Doch die Hitze, ständige Dreharbeiten und ein anderes Zeitgefühl machten uns oft einen Strich durch die Rechnung.

Aber nun kommen wir mal zu dem Wesentlichen: Heute haben wir Tel Aviv Richtung Norden verlassen. Ein paar Stunden zuvor begleiteten wir unsere Volontäre, Kristin und Gregor, in ihre Einrichtung. Die beiden werden das nächste Jahr im Reuth Hospital verbringen.

Auf dem Weg zum nächsten Drehort

Mit arabischer Musik, Hummus und rauschender Kimanalage vorbei an riesiegen Israelflaggen, Palmen bei 38 Grad Außentemperatur. Unser Team kommt das erstemal nach den vier Tage zur Ruhe. Wir sind gespannt was uns erwarten wird…….

Jede Stadt in Israel ist verschieden – nach fünf Minuten landet man in einer anderen Welt

Israel ist ein Land, das gerade einmal so groß wie Hessen ist, aber wesentlich spannender als das deutsche Bundesland wirkt. Aus der israelischen Großstadt Tel Aviv geht es in ein kleines Dorf Namens Kfar Tikva.

Auf einem kleinem Hügel liegt das Dorf in dem ungefähr 200 Menschen mit geistig und körperlichen Einschränkungen leben. Zwischen Palmen und Wiesen hat der Gründer ihnen eine Idylle geschaffen.WP_20130826_005

Schon im Jahre 1963 begann eine Gruppe Israelis unter der Leitung Dr. Sigfried Hirschs auf dem Gelände eines Kibbuz mit der Gründung eines Dorfes. Die verlassenen Gebäude eines Kibuzes wurden renoviert und aufgebaut. Durch deutsche Volontäre konnte das Dorf schon ein Jahr später eingeweiht werden.

Unser Teammitglied Jeremias hat ein Jahr selbst in Kyriat Tivon nahe des Dorfes gelebt und gearbeitet.

Die Volontäre kümmern sich im „Dorf der Hoffnung“ ,wie es auf deutsch heißt, um die Bewohner. Der Tag der Voluntäre beginnt am Morgen mit dem waschen und anziehen der Menschen. Darüber hinaus arbeiten die Volontäre in den einzelnen Therapieeinrichtungen. Dazu gehört eine Holzwerkstatt, eine Tierfarm und eine Korb und Filzwerkstatt.

Kfar Tikva ist ein wunderschönes Dorf. Die Volontäre sind in die kompletten Arbeitsabläufe integriert und verleben mit den Menschen mit speziellen Bedürfnissen ein gemeinsames Jahr.

Nun aber noch eine kurze Zusammenfassung über die letzten Produktionstage:

Nach einer langen Anreise und wenig Schlaf begannen wir am Donnerstag mit der Produktion in Israel. Bei 38 Grad ging es in uneserem Auto mit voll aufgedrehter Klimaanlage in Richtung Alenby Street – Tel Avivs Hippes Zentrum. Bars und Cafes reihen sich aneinander, aber mittendrin auch ein großer Teil Israelischer Geschichte.
Aus diesem Grund sind die Volontäre schon lange Unterwegs an ihrem ersten Tag in Israel, um das Land kennen zu lernen in dem sie in Zukunft leben werden. Gemeinsam mit einem jüdisch-schwäbischen Reiseleiterm, der vor 20 Jahren nach Israel ausgewandert ist und dennoch seinen Akzent nicht verloren hat, laufen sie entspannt von Viertel zu Viertel und gehen der Geschichte auf den Grund. Unser komplettes Team ist bei 38 Grad mit zwei Kameras, mitten Stadtgeschehen, dabei.

Gerannt, gesprungen vor und zurück, Läuft der Ton, ist die Kamera schon an. Kommunikaton ist alles – doch in einer neuen Stadt bei brütender Hitze kann das auch mal schwierig werden.

WP_20130816_029Doch der Reiseleiter mit dem Schwäbsichenakzent hat sich von uns nicht aus der Ruhe bringen lassen und erzählt fleißig weiter. Auch er hat eine spannende Persönlichkeit als Jude. Im Schwabenland aufgewachsen, mit 18 Jahren nach Tel Aviv ausgewandert, hat er nach dem Wehrdienst in Israel den israelischen Pass erhalten. Nach einer zweijährigen Ausbildung zum Reiseleiter für Israel – bei diesem Facettenreichen Land braucht es diese auch  – führt er nun über die Sommermonate hinweg Besucher durch Israel und auch neue Volontäre.
Die Volontäre mussten sich erst einmal auf uns, die Kameras und die neue Kultur einstellen. Dennoch haben wir gute Bilder und viele Emotionen einfangen können.
Am Abend folgte dann bei Supermarkt-Humus aus einer Kilopackung und einem kalten Bier die erste Drehbesprechung. Wir alle arbeiten das erstemal auf einer längeren Produktion zusammen und die einzelnen Bereiche müssen sich ersteinmal einspielen, um gemeinsam perfekt harmonieren zu können.

Die Volontäre besuchten am Schabat eine Synagoge, um die jüdische Kultur kennenzulernen und wir waren wieder mit Technik voll gepackt. Lukas, Marcel und Jeremias sind in die Synagoge gestürmt haben sich positioniert voller Euphorie, um beste Biler zu ergattern. Doch die Kippa haben sie dabei vergessen:

Die Kippa ist eine vornehmlich in Ausübung der Religion gebräuchliche Kopfbedeckung männlicher Juden.

Dabei handelt es sich um eine kleine kreisförmige Mütze aus Stoff oder Leder, zuweilen reich verziert, die den Hinterkopf bedeckt. Manchmal wird sie mit einer Metallklammer an den Haaren befestigt. Üblich ist die Kippa für Männer beim Gebet, überhaupt an allen Gebetsorten wie beim Synagogenbesuch oder auf jüdischen; viele orthodoxe Juden tragen sie auch im Alltag.

Auch wir als Filmteam müssen uns auf Kultur und Land einstellen. Für die meisten von uns ist es die erste Auslandsproduktion.

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